Die richtige Anwendung von Medikamenten

Die richtige Anwendung von Medikamenten
13. Februar 2019 admin
Anwendung von Medikamenten
In Medikamente allgemein

Etwa die Hälfte der Deutschen hat im letzten Monat ein rezeptpflichtiges Medikament genommen und fast jeder fünfte nutze mehr als zwei Präparate. Es gibt Arzneimittel zur Behandlung von Krankheiten, zur Vorbereitung medizinischer Eingriffe oder zur Vorsorge. Je mehr die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt, desto höher wird der Verbrauch. Da auch individuell mit steigendem Lebensalter der Bedarf zunimmt, ist es umso wichtiger, bei der Anwendung von Medikamenten auf den Rat des Arztes zu hören.

Fehler bei der Anwendung

Die Erfahrung zeigt, dass sich etwa die Hälfte der Patienten bei der Anwendung von Medikamenten nicht an das hält, was der Arzt verordnet hat. Bereits in der ersten Woche einer Behandlung lässt  fast ein Drittel der Betroffenen diese Vorgaben außer Acht. Viele tun das nicht etwa aus Versehen, sondern im vollen Bewusstsein. Die Gründe sind vielfältig: Mancher lässt seine Antibiotika am Wochenende weg, weil er gerne Alkohol trinken möchte. Bei anderen liegt es an der Angst vor den Nebenwirkungen.

Was im Einzelfall oft belanglos erscheint, kann jedoch den Erfolg einer Therapie signifikant beeinträchtigen. Manchmal wird das Medikament für den Patienten einfach nur unbrauchbar (wie bei einem vorzeitig abgesetzten Antibiotikum). Im schlimmsten Fall kann es jedoch auch unmittelbar zu schädlichen Auswirkungen auf den Organismus kommen.

Das richtige Medikament zur richtigen Zeit

Ärzte folgen oft dem inoffiziellen Leitsatz der “fünf Rs”: Das richtige Medikament zur richtigen Zeit für den richtigen Patienten und die richtige Therapie. Der Hintergrund dieser Faustregel ist einfach zu verstehen: Jedes Arzneimittel wurde für eine bestimmte Indikation entwickelt und wird von einem dafür ausgebildeten Arzt unter Berücksichtigung des Alters, des Geschlechts, des gesundheitlichen Allgemeinzustandes und der sonstigen Medikation des Patienten verschrieben. Wenn zwei Personen an derselben Erkrankung leiden, muss das, was dem einen hilft, noch lange nicht gut für den anderen sein.

Ein guter Arzt wird auch die Ernährung seines Patienten berücksichtigen. So kann sogar etwas scheinbar völlig harmloses wie ein Glas Grapefruitsaft beim Frühstück die Wirkung von Arzneimitteln verändern oder verstärken, wie es zum Beispiel bei Diazepam der Fall ist.

Korrekte Dosierung

Die richtige Dosierung ist ein Parameter, den nur ein Arzt kompetent beurteilen kann. Ist sie zu niedrig, wirkt das Mittel vielleicht gar nicht. Ist sie zu hoch, kann es zu mitunter lebensbedrohlichen Nebenwirkungen kommen. Gut zu beobachten ist das bei frei verkäuflichen Arzneimitteln, die man ohne Rezept in der Apotheke erhält. So kommt es in Großbritannien jedes Jahr zu mehr Todesfällen durch rezeptfreies Paracetamol als durch jedes verschreibungspflichtige Medikament.

Die richtige Dosierung hat auch mit dem Zeitpunkt der Einnahme zu tun. Nimmt man ein Medikament, das für die Einnahme am Morgen gedacht ist, erst  mittags oder abends, ist seine Wirkung nicht mehr gewährleistet. Wenn man mehrere Präparate benötigt, kann auch die Reihenfolg der Einnahme von großer Bedeutung sein.

Bei Anwendung von Medikamenten auf den Arzt hören

Gerade wenn man mehrere Medikamente einnehmen muss, kann das mitunter recht kompliziert sein. Doch es lohnt sich, auf den Rat der Ärzte zu hören. Bei richtiger Verwendung helfen die meisten modernen Wirkstoffe sehr gut und man wird auf lange Sicht viel weniger davon benötigen.

Weitere Informationen

Medikamente – auf die richtige Einnahme kommt es an. In: nationalgeographic.com